Vorbereitungen

Bei dem Gedanken schwirren uns tausend Sachen durch den Kopf.

Was müssen wir alles erledigen?

Womit fangen wir an?

Wann fangen wir an?

 

1. Visum

 

Vor Jahren hat die Philippinsche Regierung ein Programm Namens "Balikbayan" aufgelegt. Es ermöglicht u.a. einem ehemaligen Filipino bzw. einer ehemaligen Filipina und den Angehörigen, wenn sie zusammen einreisen, ohne Visumformalitäten einen Aufenthalt für 1 Jahr.

Damit haben wir genügend Zeit um uns nach der Ankunft 2012 um ein Dauer-Visum zu bemühen. Sollten wir zwischenzeitlich das Land für Heimaturlaub etc. verlassen, beginnt bei der Wiedereinreise das Spiel von vorne.

 

15.09.2011

Wir haben von den Spediteuren akutuelle Angebote für den Container-

Transport abgefragt.  In einem dieser Angebote ist die Rede von einem quota oder non-quota Visum als Voraussetzung für die Einfuhr des Containers. Beim nachfragen bei den Anderen, bekamen wir unterschiedliche Aussagen. Auch Nachforschungen im Philippinenforum brachten uns nicht wirklich weiter, im Gegenteil, dort wurde vielfach auch von unberechenbaren Zollbeamten berichtet.

 

Um allen Problemen aus dem Weg zu gehen, haben wir uns entschlossen, unsere Visa`s doch schon jetzt zu beantragen. Geburtsurkunde für mich, polizeiliche Führungszeugnisse und deren Übersetzung, Lichtbilder und Heiratsdokumente waren schnell besorgt. Fehlte noch die geforderte Gesundheitsuntersuchung, die wir kommende Woche machen wollen und der Nachweis, dass wir uns ernähren können, also mein Rentenbescheid. Den erwarte ich für Anfag Dezember.

 

19.12.2011

 

Nach dem wir alle Unterlagen zusammen hatten und alles übersetzt war ging es sehr schnell. Alle Originale und jeweils drei Kopien haben wir persönlich im Frankfurter Konsulat eingereicht und 10 Tage später, am19.12.2011, unsere 13G-Visa`s erhalten.

 


2. Krankenversicherung

 

Wir sindz.Zt. beide in der gesetzlichen KV versichert.

Wer sich mehr als 6 Monate und einen Tag im Jahr im Ausland aufhält, hat nach deutschem Recht seinen 1. Wohnsitz nicht mehr in Deutschland. Der erste Wohnsitz in Deutschland ist aber Voraussetzung für eine gesetzliche Krankenversicherung. Bleibt also nur die private Versicherung. Wie da die Prämien in Deutschland bei einem Einstiegsalter von 63 aussehen, kann man sich lebhaft vorstellen. 

Aber auf den Philippinen gibt es auch die Möglichkeit sich privat zu versichern und das deutlich günstiger. Wir werden uns also, sobald wir im Januar 2012 die Koffer ausgepackt haben, diesem Thema widmen. 

 

Für eine Übergangszeit bietet der ADAC eine günstige Auslandskranken-versicherung (ca. 30,00 € p.P./Monat) mit allem Service den man vom ADAC kennt, incl. Rückholservice. Die Leistung beginnt mit dem Abflugtag und endet mit dem Einreisetag in Deutschland. Maximale Dauer 24 Monate.

 

Für den Fall einer Heimkehr:  

Nach der letzten Gesundheitsreform sind die Krankenversicherungen verpflichtet ehemalige Versicherte  wieder aufzunehmen.

Habe bei der Knappschaft nachgefragt und mir das schriftlich bestätigen lassen.

 

3. Was nehmen wir mit?

  

Zuerst haben wir uns darüber Gedanken gemacht, was wir alles mit nehmen wollen und was in Kaster bleibt. Einige Expat`s auf den Philippinen haben ihren Umzug ausschließlich mit "Balikbayan-Boxen", etwas größer als ein normaler Umzugskarton, bewerkstelligt.

 

Klar war sofort, dass alles was in den Schränken ist, mit muß. Glas, Porzellan, Kochgeschirr Bestecke etc.

 

Aus den Kleiderschränken natürlich nur die Sommersachen, leichte Bettwäsche, Handtücher usw.

 

Aus dem Büro sämtliche Papierunterlagen, PC, Laptop, Bücher, Foto`s, Filme etc.

 

Aus dem Keller hautsächlich die Weihnachtssachen. Über alles andere was sich so alles in 36 Jahren Gemeinsamkeit angesammelt hat werden wir beide noch hart verhandeln müssen.

 

Aus dem Heizungskeller sämtliche Werkzeuge und Maschinen.

 

Aus der Garage zur Hauptsache mein Angelgerät und ein großes Dreirad. Über unsere Fahrräder haben wir lange nachgedacht. Da Lulu nicht der sicherste Radfahrer ist, bekomme ich bei dem Gedanken, dass sie dort auf den Sattel steigt große Bauchschmerzen. Philippinische Bus- und LKW-Fahrer sind berüchtigt. Also, zu mindest ihr Fahrrad bleibt hier.

 

Aus dem Partykeller alle Erinnerungsstücke aus dem Urlaub, Karnevalsorden, Teile der Gläser. 

 

Bei den Möbeln waren wir uns schnell einig. Schlafzimmer und Gästezimmer sind in Tongo schon komplett eingerichtet. Unser derzeitiges Schlafzimmer können wir hier in Kaster nutzen wenn wir auf Urlaub kommen. Der Dachboden, den ich seiner Zeit für Marcel ausgebaut habe, bietet reichlich Platz. Ein kleines Bad gibt es dort auch. 

 

Aus dem Wohnzimmer nehmen wir nur die Sitzgarnitur und Glastische mit.

Wohnzimmerschrank und Esszimmer haben wir 36 Jahre gesehen, das reicht. Dazu nehmen wir noch den Fernseher und die Musik-Anlage, dann ist das Wohnzimmer fast leer.

 

Die Garten-Möbel aus dem Wintergarten passen natürlich auch super auf unsere neue Terasse.

 

Aus der Küche wandern ein paar Unter- und Hängeschränke und der Kühlschrank auf den Dachboden, der Rest wandert nach 31 Jahren

ebenfalls auf den Sperrmüll. Backofen und Ceranfeld gehen auch mit.  

 

Nachdem wir alles aufgelistet hatten war natürlich schnell klar, dass das mit Balibayan-Boxen nicht zu machen ist.

 

4. Container von Bedburg-Kaster bis Ronda-Canduling


Bei verschiedenen Spediteuren haben wir uns Angebote eingeholt.

1 Stück 20`-Container, ca. 33m³ ab Friedlandstrasse bis zur Haustür in Canduling.

Die Preise reichten von 3.600,-- -7.000,- €

 

Eine Spedition hat das Angebot aufgeschlüsselt:

- Gestellung Container Friedlandstrasse

- Transport des Containers nach Hamburg/Rotterdam

- Seefracht bis Cebu

Preis: 1.595,00 € 

 

Der Preis gilt also für ca. 500 km LKW-Transport und mehrere tausend Seemeilen Seefracht.

 

- Zollabfertigung Cebu

- LKW-Transport Cebu - Canduling (ca. 80 km)

Preis: 1.900,00 € 

 

Da waren wir platt. Ich habe also nachgehakt wie das sein kann und auch die anderen Speditionen gebeten ihr Angebot aufzuschlüsseln.

Das Ergebnis war im Verhältnis ähnlich. Eine Erklärung konnte keiner liefern.

Aber der genannte Broker war immer der gleiche.

 

Wir werden also erstmal nur bis Cebu laufen lassen und vor Ort selbst einen günstigen Broker suchen. Wir sind sicher, dass wird wesentlich billiger.

 

 

17.11.2011 Heute haben wir den Container gebucht. Preis wie vorhin beschrieben. ab Bedburg bis Port Cebu € 1.550,00 zuzüglich Wochenendgestellung vom 13.01.12 bis 16.01.12 für € 175,00

Da wir selber packen ist eine Transportversicherung nur für den Totalverlust möglich. Kosten für € 20.000,00 Versicherungssumme €180,00.

 

Das letzte Stück bis Ronda organisieren wir selbst und verlassen uns auf Radi, Lulu`s Neffe, der sich als Angestellter beim Zoll bestens auskennen sollte. 

 

16.01.2012

Es ist vollbracht. Am vergangenen Wochenende haben wir den Container geladen, der dann in der Früh gegen 08:00 Uhr auf die Reise ging. Über Antwerpen geht er am 17.01.2012 mit der "Vienna Express" erst mal bis Singapur und anschließend nach Cebu. Dauer der Seefahrt ca. 35 Tage. Wir rechnen also mit einem Wiedersehen Ende Februar, Anfang März.

 

An der Stelle möchten wir uns nocheinmal bei unseren Freunden Franz-Peter mit Anthola, Toni und Annelie, Marianne und Reinhard und bei Marcel und Helena für die tatkräftige Unterstützung und die tolle Verpflegung bedanken.

 

In den letzten Tagen hatten wir so leise Zweifel ob wir den ganzen Kram, den wir so pö a pö seid Mitte Oktober gepackt haben, in den Container kriegen. Aber

32 m³ Fassungsvermögen ist schon eine ordentliche Menge und dank guter Stapelei bis unter die Decke war dann doch genügend Platz.

 

Bei Anthola gab`s dann nach getaner Arbeit leckere grieschiche Küche